Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg richtet im zweijährigen Rhythmus ihr Landeszeltlager an verschiedenen Orten aus. In diesem Jahr ging es am Samstag, den 22. August für zwanzig Jugendgruppen ans Otto-Weinmann-Haus nach Obersteinbach, welches dem Kreisjugendring Esslingen gehört. Um 10 Uhr trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuenden am Feuerwehrgerätehaus, wo man die notwendigen Materialien und das Gepäck in Anhängern verstaute. Anschließend ging es dann los und man traf dort auf dem Zeltplatz auf gut 350 teilnehmende Feuerwehrangehörige. Die Jugendgruppen kamen aus allen Ecken Baden-Württembergs und eine Gruppe sogar aus Roesalare (Belgien). Nachdem die Zelte bezogen waren und eine kurze Begrüßung stattgefunden hatte, ließ man den Abend gemeinsam ausklingen, traf alte Bekannte und lernte neue Teilnehmende kennen.
Der Sonntagmorgen begann mit der offiziellen Lagereröffnung und einem ökumenischen Gottesdienst, danach gab es die Möglichkeit an verschiedene Mitmachaktionen der Jugendgruppen teilzunehmen und sich spielerisch, aber auch kreativ zu betätigen. Die Kids aus Jesingen hatten auch hier schon die ersten Spiele ausgepackt und übten sich sowohl im Sport als auch bei Brettspielen. Beim Abendessen hatten wir bereits unseren ersten Lagerdienst und durften Abspülen.
Am Montagmorgen machten sich die Gerstenklopfer auf nach Heilbronn in die Experimenta. Auf verschiedenen Etagen kann man sich mit Experimenten, Wissenschaft, den Elementen, Illusionen und anderen spannenden Gegebenheiten aus dem Alltag auseinandersetzen. Die Zeit dort verstrich wie im Flug und das größte Highlight war ein 3D-Film zur Erkundung des Mondes. Auf dem Zeltplatz zurück hatten wir wieder einen Lagerdienst und konnten dann direkt zum gemeinsamen Grillabend übergehen, wo neben einer lustigen Moderation auch einige Tanzbegeisterte dem Regen trotzten.
Das Wetter wurde dann zusehends besser, sodass der Dienstag ganz im Zeichen des Handwerks stand: Unterschiedliche Handwerksunternehmen der Region boten verschiedenste Mitmachaktionen an: Ein Schornsteinfeger zeigte die Handhabung einer Ofenrohrbürste, man konnte Reifenwechseln üben, die Polizei informierte über Ausbildungsangebote, ein Autokran bot Spiele an, bei Heizung und Sanitär konnte man Rohre durchtrennen und Puzzle zusammenstecken aber auch Luftströme lenken. Bei einem Elektriker konnte man Schaltpläne zusammenstecken, bei einem Steinmetz Skulpturen aus Sandstein erstellen und auch ein Gasanbieter bot eine großartige Show. Zudem konnte man ein Herz aus Rohrleitungen bauen, bei einer Designerin eigene Kunstwerke erstellen und bei einer Metzgerin Würste selbstmachen und bei einem Metallbauer konnten die Kids einen Grillspieß bauen. Die Teilnehmenden aus Jesingen waren sehr motiviert und so entstanden tolle Mitnehmsel für zuhause. Abends fand dann ein Volleyball für die Betreuenden statt, welches durch Sören Schäfer organisiert wurde.
Am Mittwoch wurde in buntgemischten Gruppen das Geländespiel veranstaltet, wo man an verschieden Stationen Rohstoffe erwerben konnte, die dann – ähnlich wie bei „Siedler von Catan“ – zu einem Feuerwehrhaus verbaut werden konnten. Hier war neben Feuerwehrwissen und -können auch Geschicklichkeit und Teamfähigkeit gefragt. Da die Gerstenklopfer einen Basin dabeihatten, ging es für dann für alle Baden und manche traten beim Tischtennis gegeneinander an. Das Abendprogramm wurde durch die Landesjugendsprecher veranstaltet, die ein Quiz Lagerteilnehmende gegen die Lagerleitung ausgearbeitet hatten.
Donnerstags machten sich die Jesinger dann auf nach Sulzbach (Laufen), wo man Draisine fahren konnte, was sowohl den Jugendlichen als auch den Betreuern große Freude bereitet hat. Danach fuhr man dann zu einem Badesee und verbrachte einen entspannten Nachmittag. Abends genossen die Gerstenklopfer einen gemeinsamen Abend mit alkoholfreien Cocktails, während die Betreuer ein Volleyball für die Teilnehmenden ausrichteten.
Das Wetter wurde über die Nacht zunehmend regnerischer, sodass in den Morgenstunden kurzzeitig die Evakuierungsstufe I ausgerufen wurde und die Jugendlichen in den Zelten verbleiben sollten, während ein Betreuender sich in der Lagerleitung aufhalten musste. Nach dem das Gewitter dann glücklicherweise direkt vor dem Zeltplatz kehrt machte, war der weitere Verlauf dann beinahe normal möglich. Die Jugendlichen aus Jesingen verbrachten den Morgen bei Spielen und Zeit zum Entspannen im Zelt, bis man dann am Mittag zu einem Orientierungsmarsch aufbrach. Gemeinsam mit den Jugendlichen aus Ohmden – die neben den Jesingern die einzigen Vertreter des Landkreises Esslingens waren – ging es acht Kilometer um Waldenburg herum, wobei verschiedene Aufgaben zu bewältigen und Fragen zu beantworten waren.
Am Abend fand dann der gemeinsame Abschlussabend statt. Bei der Siegerehrung des Orientierungslaufs erreichten die Jesinger Jugendlichen den dritten Platz. Neben einigen Danksagungen gab es auch eine Bilderpräsentation über die vergangenen Tage. Abschließend wurde gemeinsam gefeiert und zu Liedern wie Macarena, dem Fliegerlied und Bella Napoli getanzt und heute wurde auch die Nachtruhe von 22 Uhr ein wenig ausgedehnt.
Am Sonntag ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück ans Aufräumen, Putzen und Zusammenpacken. Am Mittag fuhr man dann nach Jesingen zurück und gegen 16 Uhr war dann alles wieder an Ort und Stelle und alle Kids und die Betreuenden gingen zufrieden und glücklich und doch auch etwas müde auseinander. Dieses Landeszeltlager 2026 und die Erlebnisse, der Austausch und die gemeinsamen Erfahrungen werden sicher noch einige Jahre in Erinnerung bleiben.

