Hauptübung der Feuerwehr Kirchheim Abt. Jesingen
Schwelbrand im Kindergarten mit sechs vermissten Kindern
Dichter Rauch quillt aus dem Kindergarten, auf dem Dach liegt ein bewusstloser Bauarbeiter und am Sammelplatz fehlen sechs Kinder. So lautete das Szenario der diesjährigen Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim/Teck, Abteilung Jesingen, die am 16. Juni 2026 am Reußenstein-Kindergarten Jesingen stattfand.
Der Übung lag folgende Annahme zugrunde: Bei Reparaturarbeiten mit einem Gasflammgerät auf dem Dach des Kindergartens kam es zu einer Verpuffung. Ein Mitarbeiter wurde dabei verletzt und verlor das Bewusstsein, sein Kollege leistete bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte Erste Hilfe. Durch die Verpuffung entstand im Inneren des Gebäudes ein Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung. Die Erzieherinnen brachten die Kinder ins Freie, doch am Sammelplatz beim Durchzählen wurde schnell klar: Sechs Kinder fehlten. Die Kindergartenleitung setzte einen Notruf über die 112 ab, woraufhin die Leitstelle Esslingen die Feuerwehr gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung mit dem Stichwort „Brand 4“ alarmierte.
Als erstes Fahrzeug traf das TLF 20/30 der Abteilung Jesingen an der Einsatzstelle ein. Noch während der Gruppenführer die Lage erkundete, kam die Kindergartenleitung auf ihn zu und meldete die sechs vermissten Kinder. Der Gruppenführer erteilte daraufhin den Einsatzbefehl „Angriff mit Bereitstellung“ und schickte zwei Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung in das stark verrauchte Gebäude vor. Kurz darauf trafen die weiteren Fahrzeuge sowie das Deutsche Rote Kreuz ein. Der ELW übernahm unmittelbar nach seinem Eintreffen die Einsatzleitung und koordinierte die Kräfte an der Einsatzstelle.
Während die Atemschutztrupps im Inneren nach den vermissten Kindern suchten, kümmerte sich die Besatzung des LF 10 Jesingen um die Lage auf dem Dach. Der verletzte Bauarbeiter wurde über die Drehleiter aus Kirchheim gerettet, zwei weitere gehfähige Personen konnten über die in Stellung gebrachte Steckleiter sicher zu Boden gebracht werden. Zusätzlich stellte das LF 10 den Sicherungstrupp für die im Gebäude eingesetzten Kräfte. Das LF 20 aus Nabern schickte einen weiteren Trupp zur Personensuche ins Gebäude. Weiterhin wurde eine Riegelstellung zum angrenzenden Wohnhaus aufgebaut, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.
Nach und nach konnten die Atemschutztrupps alle sechs vermissten Kinder auffinden und ins Freie bringen. Am eingerichteten Behandlungsplatz übernahmen die beiden Rettungswagen der DRK-Bereitschaft Kirchheim gemeinsam mit der Besatzung des GW-T die Betreuung und Versorgung der Kinder und der Bauarbeiter. Die Mannschaft des MTW sicherte die Reußensteinstraße ab und baute die Wasserversorgung für das TLF und LF vom Hydranten auf. Zum Abschluss wurde das Dach des Kindergartens über den Korb der Drehleiter mit dem Wendestrahlrohr gekühlt.
Die Übung verlief erfolgreich: Alle Personen konnten gerettet und an den Rettungsdienst übergeben werden. Ein Übergreifen des angenommenen Brandes auf das benachbarte Wohnhaus wurde verhindert. Besonders das Zusammenspiel der Abteilung Jesingen mit den Kräften aus Kirchheim und der DRK-Bereitschaft funktionierte reibungslos. Von der Menschenrettung unter Atemschutz über die Rettung mit tragbaren Leitern und Drehleiter, bis hin zum Aufbau der Wasserversorgung konnten alle Einsatzkomponenten unter realistischen Bedingungen geprobt werden.
Nach dem Abschluss der Übung gab es ein kurzes gemeinsames Essen. Kommandant Sören Schäfer hielt anschließend die Begrüßung und eine kurze Ansprache, bevor der erste Bürgermeister Achim Rapp sowie der stellvertretende Stadtbrandmeister Michael Grininger weitere Worte an die Anwesenden richteten. Dabei waren unter anderem Ortsvorsteherin Gabriele Armbruster, Ortschaftsrat und Gemeinderat, der stellvertretende Abteilungskommandant Klaus Holder sowie Ehrenkommandant Hermann Stolz vertreten.

