Landkreisübergreifende Strahlenschutzübung Juli 2011

Erstmals probten am Dienstagabend, 26. Juli 2011, in Jesingen die Feuerwehren aus Ostfildern, Kirchheim und Göppingen landkreisübergreifend bei einer Strahlenschutzübung den Ernstfall. Hauptanliegen war dabei nicht nur die gestellte Aufgabe „Verkehrsunfall mit radioaktivem Material“ zu bewältigen, sondern auch die Zusammenarbeit der drei Wehren.
Um 19.35 Uhr geht, laut Übungsannahme, ein Notruf des Fahrers eines Kleintransporters einer Spedition bei der Leitstelle Esslingen ein. Hierbei meldet er einen Verkehrsunfall in Jesingen im Baustellenbereich, er selbst sei unverletzt, seine Ladung teilweise Paketstücke mit radioaktivem Inhalt, seien jedoch aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Danach bricht er das Telefonat abrupt ab. Daraufhin alarmiert die Leistelle Esslingen mit der Meldung „Gefahrgutunfall 3 mit radioaktivem Material“ die örtliche Wehr, den Gefahrgutzug Ostfildern und die Strahlenschutzgruppe der Feuerwehr Kirchheim. Um eine schnelle Gefahrenabwehr zu erreichen wird über die Leitstelle Esslingen von der Feuerwehrabteilung Jesingen die Strahlenschutzgruppe Göppingen zur Unterstützung angefordert.
Vorrangige Aufgabe war die Einsatzstelle weiträumig abzusperren. Nach dem Eintreffen des Messzuges der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern, bestehend aus dem ABC-Erkundungskraftwagen und dem Gerätewagen Messtechnik, ordnete der Einsatzleiter Andreas Steinhilber die Durchführung der Messung der örtlichen Strahlung mittels Messfahrt durch den ABC-Erkunder an. Unterstützung erhielten sie dabei wenig später durch den ABC-Erkunder der Feuerwehr Göppingen. Zeitgleich erfolgte der Aufbau der Einsatzleitung im Gerätewagen Mess in gebührendem Abstand zur Einsatzstelle.
Nach genauer Lokalisierung und Auswertung der Strahlenmesswerte durch die Besatzung des Gerätewagens Messtechnik erhielt die Strahlenschutzgruppe Kirchheim, welche derzeit 23 Einsatzkräfte der Abteilungen Jesingen und Nabern angehören, die Freigabe mit dem Gerätewagen Strahlenschutz zur Anfahrt zur Einsatzstelle. Einsatzleiter war hier Achim Denzinger. Hohe Sicherheitsanforderungen werden dabei an die Ausrüstung der Strahlenschutzgruppe, welche aus einem Atemschutzgerät, einem Kontaminationsschutzanzug, Gummistiefeln, Handschuhen und Dosimetriegerät besteht, gestellt. So ausgestattet erfolgte das Vorgehen zur Gefahrenstelle. Dabei galt es zum einen die Messung der Strahlung, Festlegung des Gefahrenbereichs und anschließend Sicherung des strahlenden Materials und deren sichere Verwahrung in einem Spezialbehälter. Während der gesamten Aktion stand ein Sicherungstrupp für eventuelle Notfälle parat.
Aufgabe der Strahlenschutzgruppe der Feuerwehr Göppingen, mit ihrem Gerätewagen Strahlenschutz und dem Hilfeleistunglöschgruppenfahrzeug 20/16, war die Einrichtung und den Betrieb des Kontaminationsnachweisplatzes. Diesen mussten zum Abschluss der Übung alle im abgesicherten Bereich tätigen Personen passieren. Der eindrucksvollen Übung wohnten Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, Stadtbrandmeister Roland Schultheiß als auch die Abteilungskommandanten Gerhard Hanekamm (Ostfildern-Nellingen), Andreas Bezler (Jesingen) und Andreas Jakob (Nabern) bei.
Nach einer kurzen Nachbesprechung der Übung am Einsatzort durch Jochen Ambacher, bedankte sich Kirchheims Stadtbrandmeister Roland Schultheiß bei allen Beteiligten für ihren gezeigten Einsatz und äußerte sich erfreut über das gute Zusammenwirken der drei Feuerwehren verbunden mit dem Wunsch, diese Art der gemeinsamen Übungen auch in Zukunft fortzusetzen.

Landkreisübergreifende Strahlenschutzübung
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