Hauptübung 2009

Die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim unter Teck Abt. Lindorf fand am Freitag den 10.07.2009 um 18 Uhr am Kindergarten in den Eichwiesen statt.

Übungsannahme war ein Blitzeinschalg in das Dach des Kindergartens was einen Dachstuhlbrand zur Folge hatte. Mehrere Personen sind durch herabfallende Trümmer verletzt bzw. eingeschlossen. Die Leitstelle Esslingen alarmierte somit die Abteilung Lindorf mit dem Einsatzstichwort "Brand 4 Kindergarten Eichwiesen 18, Dachstuhlbrand". Die Abteilung Kirchheim wurde ebenfalls mit einem Löschzug angefordert. Beim Eintreffen des Einsatzleiters Thomas Joherl und seinem Führungsassistenten Raymond Walter stellte sich folgende Lage: offene Flammen durch Loch im Dachstuhl sichtbar, im unteren Bereich kein Feuerschein zu erkennen, nur leicht verraucht; Gruppe von 4 Kindern und einer Erzieherin im oberen Bereich vermisst; 2 weiter Kinder vermisst, letzter Aufenthaltsort unbekannt.

Das zwischenzeitlich eingetroffene LF 8/6 mit Gruppenführer Alexander Weiss nahm sofort die Menschenrettung mit 2 Trupps auf. Auf den Sicherungstrupp wurde in diesem Fall verzichtet da sich eine zu große Anzahl von Personen im Gebäude befand. In der Zwischenzeit waren das LF 16 TS-2 (ausgeliehen von der Abt. Kirchheim), die DLK 23/12 und das TroTLF 16 an der Einsatzstelle eingetroffen. Die Aufgabe der Besatzung des LF 16 TS-2 mit Gruppenführer Michael Weiss bestand darin eine Wasserversorgung von der Ötlinger Straße über einen ca. 200m langen Fußweg zum TroTLF 16 aufzubauen, das wiederum die DLK 23/12 mit Wasser versorgte.

Die DLK 23/12 wurde für die Brandbekämpfung im Dachbereich und zur Abschirmung der daneben befindlichen Bäume und Häuser genutzt. Das TroTLF 16 stellte die Sicherungstrupps für die im Gebäude befindlichen Trupps. Nach erfolgreicher Menschenrettung wurde mit der Brnadbekämpfung im Innenbereich begonnen und der Angriffstrupp vom LF 8/6 durch einen Sicherungstrupp vom TroTLF 16 abgelöst. Nach einiger Zeit konnte somit "Feuer aus" gemeldet werden. Während der Übung wurde der ganze Verlauf von Kommandant Thomas Daginnus fachkundig kommentiert.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung im Saal des Bürgerhauses erläuterte Thomas Joherl nochmals den Übungsablauf anhand einer vorbereiteten Präsentation. Kommandant Thomas Daginnus, Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, Ortsvorsteher Manfred Haack sowie die beiden Erzieherinnen des Kindergartens gaben ein positives Feedback zur Übung ab. Die Übung zeigte das im Ernstfall verlass auf die Abteilung Lindorf ist und die Zusammenarbeit mit der Abteilung Kirchheim reibungslos funktioniert.

 

Artikel aus dem Teckboten vom Montag 13. Juli 2009

"Große Helden" retten die Kleinen

Abteilung Lindorf probt am Kindergarten in den Eichwiesen vor interessiertem Publikum den Ernstfall

Leben Retten, Feuer löschen, Hilfe leisten: Für den verantwortungsvollen Dienst am Nächsten müssen die Männer und Frauen der Feuerwehr bestens vorbereitet und ausgebildet sein. Aber auch das Zusammmenspiel der Einsatzkräfte untereinander muss stimmen. Einmal im Jahr ruft die Feuerwehr Lindorf zur großen Hauptübung. Am Freitagabend wurde am Kindergarten in den Eichwiesen der Ernstfall geprobt.

Nicole Mohn

Kirchheim. Ein dramatisches Drehbuch hatten sich die Planer in diesem Jahr für die 31 Aktiven der Lindorfer Wehr einfallen lassen. Das Szenario: Ein Blitzschlag hat beim Kindergarten einen Dachstuhlbrand verursacht. Durch herabstürzende Trümmer sind 6 Kinder noch im Gebäude und teils verletzt. Punkt 18.03 Uhr geht der Alarm bei der Leitstelle Esslingen ein. Nur 2 Minuten später ist bereits Einsatzleiter Thomas Joherl mit seinem Assistenten Raymond Walter am Ort des Geschehens. Die Lage wird sondiert: "Jetzt geht es darum, dass sich der Einastzleiter ein genaueres Bild der Lage macht", erklärt Lindorfs Abteilungsleiter und stellvertretender Stadtbrandmeister Thomas Daginnus den vielen Zuschauern, die auf der anderen Starßenseite neugierig Stellung bezogen haben.

Ein kollektives "Wow" entfährt der Menge, als das Lindorfer Löschfahrzeug die Zufahrt hinaufrauscht und nur Zentimeter vor dem Gartentor zum stehen kommt. Von nun an geht es Schlag auf Schlag. Ein erster Trupp Atemschutzgeräteträger erkundet das Gebäude auf der Suche nach den Vermissten. Parallel dazu wird die Wasserversorgung aufgebaut, um den Löschangriff so schnell als möglich vorzutragen. Dann rückt auch schon die Verstärkung aus Kirchheim an, die mit ihrer Drehleiter Unterstützung leisten, Sicherungstrupps machen sich fertig, um die Kollegen im Gebäude ablösen zu können.

Hand in Hand arbeiten die Einsatzkräfte, ruhig, gewissenhaft und schnell, aber ohne Hektik. Von jedem Handgriff kann schließlich das eigene Leben oder auch das eines Kameraden oder Verletzten abhängen. Entsprechend zufrieden zeigte sich Joherl, als es nach rund einer halben Stunde wieder ans Einpacken und Aufräumen geht. Für Teamwork und Disziplin gibt es von seiner Seite aus gute Noten. Dass die Kollegen aus Kirchheim ebenfalls zur Stelle waren, dafür bedankte sich Joherl besonders: "Am Freitagabend ist das nicht selbstverständlich", weiß er.

Für die Kinder war es jedenfalls ein besonderes Erlebnis. "Für die machen wir diese Übung eigentlich auch", erklärt Daginnus. In der Regel einmal in drei Jahren stellt die Lindorfer Wehr den Kindergarten in den Mittelpunkt ihrer Hauptübung. Und das hat einen Grund: "Die Kinder sollen in ihrer Zeit im Kindergarten einmal die Feuerwehr bei ihrer Arbeit hautnah erleben können", sagt Joherl. Damit die Jungen und Mädchen keine Angst vor den Atemschutzträgern haben, ging er zusammen mit einem Aktiven eigens ein paar Tage zuvor in den Kindergarten um den Kindern zu zeigen: Hinter der großen Schutzmaske steckt kein Alien, sondern ein Feuerwehrmann, vor dem man keine Angst haben muss. Und dass sie gleich auch noch mitmachen durften bei der Übung, begeisterte die Kleinen natürlich besonders. Tapfer ließen sie sich retten und verfolgten das gesamte Geschehen hautnah.

Dass die Männer und Frauen im Ernstfall für sie sogar duch Flammen gehen würden, macht die Feuerwehrleute bei den Kleinen zu ganz großen Helden.

 

Hauptübung 2009
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