Übung Strahlenmesszug und Strahlenschutzzug
Strahlenschützer probten gemeinsam
Den Ernstfall probten am vergangenen Dienstagabend, den 30. Juni 2009, der Messzug der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern und der Strahlenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim in einer gemeinsam groß angelegten Übung in Jesingen. Schwerpunkt war hierbei, nach einem anonymen Hinweis auf Lagerung von radioaktivem Material, dessen Lagerort ausfindig zu machen und dieses anschließend zu bergen und in einem Spezialbehältnis sicher zu verwahren.
Der Leitstelle Esslingen wurde in einem anonymen Anruf mitgeteilt, dass im Ortskern von Jesingen vermutlich radioaktives Material illegal gelagert werde. Alarm ausgelöst wurde daraufhin für den Messzug der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern, bestehend aus dem ABC-Erkundungskraftwagen und dem Gerätewagen Messtechnik sowie für den Strahlenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim. Der Strahlenschutzzug Kirchheim besteht derzeit aus 22 Einsatzkräften der Abteilungen Jesingen und Nabern. Die technische Ausstattung besteht aus einem Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug (DMF) mit einem Strahlenschutzanhänger und einem Mannschaftstransportwagen.
Erstes Aufgabenfeld für die Einsatzkräfte aus Ostfildern (Einsatzleiter Albrecht Müller) war, mit dem ABC-Erkundungskraftwagen umfangreiche Messungen vorzunehmen. Zunächst in der weiteren und dann in der näheren Umgebung bis der Lagerort lokalisiert war. Eine wahrlich akribische Arbeit. Im Gerätewagen Messtechnik erfolgte dann die Auswertung der Messergebnisse, dabei wurde leichte Strahlung von radioaktivem Material festgestellt. Diese Auswertungen bildeten dann die Grundlage für den Einsatzablauf des Strahlenschutzzuges unter der Einsatzleitung von Abteilungskommandant Günther Pfizenmaier.
Dieser richtete zunächst eine weiträumige Absperrung des Einsatzortes, einem unbewohnten Gebäude, ein. Umfangreich waren dabei die Schutzmaßnahmen, unter anderem mit der Überprüfung ob sich noch Personen im Gefahrenbereich befinden. Hohe Anforderungen werden auch an die Ausrüstung der Einsatzkräfte der Strahlenschutzgruppe gestellt, diese besteht aus einem Atemschutzgerät, einem Kontaminationsschutzanzug, Gummistiefeln, Handschuhen und Dosimetrie. Nur so ausgrüstet ist ein Vorgehen im Einsatzfall möglich. Fachgerecht erfolgte das Vorgehen der Spezialisten, um das „strahlende Objekt“ aufzufinden und sicher im einem Spezialbehälter unterzubringen. Vom paxisgerechten Übungsablauf konnten sich sowohl Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, Amtsleiter Ernst Ruoß, Stadtbrandmeister Roland Schultheiß als auch die Abteilungskommandanten von Nellingen, Gerhard Hanekamm, von Nabern, Andreas Jakob und Jesingen, stellvertretender Abteilungskommandant Andreas Bezler überzeugen. Von weiteren Einsatzkräften wurde zwischenzeitlich ein Kontaminationsnachweisplatz eingerichtet, welchen die im Sicherheitsbereich tätigen Personen zum Abschluss der Übung passieren mussten.
Karl Stolz

