01.04.2009 - Europas modernste EHESiG Anlage geht in Kirchheim in Betrieb (Aprilscherz)
Neben RISC in Rotterdam wird in Kirchheim als erster Standort bundesweit nach den neusten EU-Richtlinien für Atemschutzgeräteträger ausgebildet.
In der Übungsanlage, für die eigens ein Neubau an die bisher bestehende Feuerwache errichtet wurde, sind alle Arten von Einsätzen zu simulieren. So kann im Erdgeschoss auf Knopfdruck sowohl eine Werkstatt- oder eine Lagerhallenbrand simuliert, bei dem man in der total verrauchten Halle eine Person suchen muss. Aber auch ein Wohnungsbrand mit einer Flash-Over Durchzündung an der Eingangstür ist möglich. Gesteuert wird diese Anlage von einer Leitzentrale aus, die auf dem technisch neusten Stand ist.
Im Oberschoss des Gebäudes sind neben der Übungsanlagenleitzentrale (ÜLaZ) auch die bisher üblichen Übungsgeräte wie Endlosleiter und Laufergometer untergebracht, auf denen die körperliche Fitness der Feuerwehrleute getestet wird.
Als besonderes Highlight geht bundesweit die erste Anlage des Einsatzestellenhitzeentwicklungssimulationsgerätes (EHESiG) in Kirchheim in Betrieb. Der EHESiG ist seit dem 01.04.2009 laut EU-Gesetz für die Aus- und Weiterbildung für Atemschutzgeräteträger vorgeschrieben.
In dem EHESiG können abhängig vom Alter und Erfahrungsgrad der Einsatzkräfte Temperaturen von bis zu 120 Grad erreicht werden. Diese müssen mindesten 15 Minuten unter Atemschutz ertragen werden, die übliche Einsatzkleidung bestehend aus Einsatzjacke und -hose entfällt hierbei, damit die Einsatzkräfte die Hitzeentwicklung direkt auf der nackten Haut spüren und nicht durch die wärme isolierende Einsatzkleidung geschützt werden und somit ein reales Bild der Hitzeentwicklung rund um sie erhalten.
Bei erfahren Einsatzkräften ab der Ausbildungsstufe Truppführer muss zusätzlich zu der Hitzegewöhnung jährlich ein Durchgang in dem EHESiG mit dem Zusatz von Flüssigkeiten in den heißen Simulator bewältigt werden. Dieses simuliert die Ausbreitung von Wasserdampf wenn bei einem Wohnungsbrand achtlos mit Wasser in die Flammen gespritzt wird. Diese Übung wird ebenfalls ohne die übliche Schutzausrüstung und nur unter Atemschutz durchgeführt, um die Auswirkungen des Wassereinsatzes direkt zu spüren.
Finanziert wurde die Übungsanlage zu 30 % vom Land Baden Württemberg, sowie zu je 35 % von der EU und dem Bund der die Bezuschussung solcher Anlagen im Eilverfahren mit dem Konjunkturpaket II verabschiedete und dort Geld für die Aus- und Weiterbildung bereitstellt.
Der Standort Kirchheim wurde gewählt, da Kirchheim seit nun fast 30 Jahren in der Atemschutzausbildung tätig ist und die ideale Verkehrsanbindung mit der Autobahn hat. Dieses war wichtig da auch Einsatzkräfte aus dem europäischen Ausland Ihre Aus- und Weiterbildungen im dem EHESiG absolvieren müssen und somit auf eine gute Erreichbarkeit der Übungsanlage ein großer Wert gelegt wurde.
Eine Besichtigung der Anlage für die Bevölkerung sowie interessierte Feuerwehrangehörige, die sich vorab informieren wollen ist am heutigen Mittwoch ab 18.00 Uhr möglich.

